Aktueller Hinweis zum Datenschutz (DSGVO)

Ab dem 25.05.2018 gilt auch für ENGEL Coaching & Karriereberatung die Umsetzung der EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Selbstverständlich habe ich auch schon vor dem Wirksamwerden dieser rechtlichen Regelung auf den Schutz der personenbezogenen Daten geachtet, auch außerhalb von Internet und Co. Die Schweigepflicht ist selbstverständlich, ebenso wie der Umgang mit Daten und Akten. Zum Beispiel wird jede Kundenakte in einem abschließbaren Hängeregisterschrank gelagert. Viele schimpfen darüber: Ich finde es richtig und gut, dass vertrauliche Dinge geschützt werden. Und ich habe mir tatsächlich überlegt, welche Daten ich zukünftig nur noch dann erhebe, wenn ich sie z. B. für den Lebenslauf benötige.

Der Hinweis auf den Datenschutz im Sinne der Europarichtlinie kann für ENGEL Coaching hier eingesehen werden. Das bedeutet auch, dass zusätzlich zu der Einwilligung in die AGB zukünftig die Einwilligung in die Datenschutzerklärung notwendig sein wird, um einen Coaching-Vertrag zu schließen bzw. um sinnvoll arbeiten und beraten zu können. Ganz einfaches Beispiel: Das Erarbeiten der Bewerbungsmappe beinhaltet per se den Austausch, den Umgang mit persönlichen Daten und Informationen zum Berufs- und Lebensweg. Ich denke, das leuchtet ein, dass hier nur mit der Zustimmung der Klientin bzw. des Klienten eine sinnvolle Arbeit möglich ist.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

Euer Coach Jo

Jo´s Fingerzeig: Fachkräftemangel? Bewerber sind nicht dumm!

Jo´s Fingerzeig zum Thema Fachkräftemangel. Oder: Wenn Arbeitgeber nicht können, nicht wollen oder auch beides zutrifft. Und das Bewerberinnen und Bewerber dann auch noch merken…

Fachkräftemangel? Wie bitte? Wenn Arbeitgeber durch ihr unprofessionelles Verhalten während des Bewerbungsverfahrens richtig gute Leute abschrecken, dann ist das kein Fachkräftemangel auf Bewerberseite sondern ein Fachkräftemangel auf Arbeitgeberseite.

Liebe Leute: Engagierte Bewerber stecken so viel Mühe und Vorbereitungszeit in den Bewerbungsprozess. Dann ist es ein Zeichen von Dummheit und Überheblichkeit, wenn ein Interviewer sich den Lebenslauf überhaupt nicht oder während der Mittagspause beim Schnitzel essen angesehen hat. Und richtig doof ist es dann (so hören das Bewerber recht häufig), wenn er oder sie das dann auch noch sagt:

„Ihren Lebenslauf, ach ja, den hab ich irgendwo. Möchten Sie noch einen Schlag in die Fresse, bevor ich Sie mit Fragen über Ihre Stärken und Schwächen nerve und Sie mir dann einstudierte Sätze darbieten?“

Jetzt komme ich erst so richtig in Fahrt. Um Himmels Willen: „Haben Sie gut her gefunden? Erzählen Sie etwas über Ihren bisherigen Berufsweg und Erfahrungen, die für diese Stelle wichtig sind! Warum möchten Sie ausgerechnet bei uns arbeiten? Warum sollten wir gerade Sie einstellen? Haben Sie Stärken? Haben Sie Schwächen? Wie gehen Sie mit Konflikten um? Was ist für Sie Teamarbeit? Wo sehen Sie sich in 5 Jahren? Welche Ziele haben Sie?“ Und so weiter und so weiter.

„Oh mein Gott. Ich habe mich am Kinn gekratzt…“

Auf diese Fragen bereiten sich engagierte Bewerber teilweise wochenlang vor, üben den „elevator pitch“, filmen sich zwecks Körpersprache. Lesen Bewerbungsratgeber und studieren Videos über Körpersprache. Körpersprache, ja.

Oh mein Gott. Ich habe mich am Kinn gekratzt. Und? Und? Ja. Natürlich haben Sie sich gekratzt. Es hat am Kinn gejuckt! Oh mein Gott, ich habe beim aktiven Zuhören zu wenig „ja, aha, mhm, oho, jaja“ gesagt und meinen Schwerpunkt nicht im richtigen Moment verlagert. Und: Meine Hände hatte ich einmal über der magischen Schwelle des Schreibtisches (Anspruch auf das Territorium), als ich meine Mappe zeigte…

Liebe Leute! Alles gut, alles richtig. Bewerbungsgespräche werden oftmals von Bewerbungsgurus, die damit gutes Geld verdienen, sowohl auf Personalerseite als auch auf Bewerberseite in eine Bahn gelenkt, die einem Theaterstück entsprechen. Klar denkende Personaler möchten im Interview erfahren, aus welchem Holz der Bewerber geschnitzt ist. Passt sie oder er ins Team? Können wir gemeinsam lachen? Wird Vertrauen geweckt? Stimmt die Wellenlänge?

Ganz klar: Die Anforderungen müssen erfüllt sein. Im Interview zählen dann die Chemie und das, wie jemand etwas rüberbringt. Ich habe Bewerber oft gefragt, bei welchen Dingen sie die Arbeit vergessen… Ich habe sowieso weg von der „Norm“ Gespräche geführt. Auch mit viel Bauchgefühl. Und: Genau dann lag ich richtig.

Zeigt Euch so, wie Ihr seid. Das überzeugt!

Euer Coach Jo

Coaching-Praxis neu aufgestellt

Liebe Freunde, liebe Kundinnen und Kunden,

nachdem wir unseren Umzug im Dezember 2015 erfolgreich gemeistert haben, folgte erst einmal die Phase der verdienten Ruhe. Wir sind sehr gut in dieser wirklich wunderschönen Ecke angekommen. Das Coaching-Büro hat im Januar dann wieder Fahrt aufgenommen. In der „Alten Molkerei“ war etwas mehr Fläche vorhanden, allerdings ist es hier im Storchenweg sehr ruhig und die Nähe zur Natur „am Röhrbach“ ist eine willkommene Gelegenheit zum „walk and talk“. Das wird von meinen Klienten sehr gerne angenommen. Ebenso ist hier die technische Ausstattung mit Flatscreen eine klare Verbesserung. In privater Atmosphäre arbeite ich mit meinen Kunden hier sehr gut. Das positive Feedback spricht für sich. Ganz klar: Wer einen kühlen Glaspalast mit einem großen Empfang erwartet, wird spätestens beim ersten Besuch feststellen: Hier wohnen Menschen mit Kindern, einem Hund und einer Katze. Der Hund würde zwar gerne jeden Klienten begrüßen, das mute ich keinem zu. Was Euch und Sie hier erwartet: Die Zusammenarbeit mit einem bestens geschulten Profi mit direktem Feedback und intensiven Fragen. Ganz für Sie persönlich.

Noch individueller und spezieller!

Mein Beratungsangebot ist aus meiner Sicht noch individueller und auch spezieller geworden. Die drei Grundpfeiler „Einzel-Coaching„, „Führungstraining“ und „Karriereberatung“ sind qualitativ noch hochwertiger aufgestellt, da ich mich permanent weiterbilde und auch immer auf die Anliegen und Wünsche meiner Kunden reagiere. Der Erfolg spricht ebenfalls für sich. Nach nunmehr 2 Jahren nach der Gründung kann ich mit Stolz sagen: Das ist richtig gut geworden. Als selbstkritischer Mensch sage ich im gleichen Atemzug: Das geht noch besser – neue Ideen sind schon in meinem Kopf. Zudem ganz tolle Verbindungen zu wirklich sehr guten Kolleginnen und Kollegen entstanden sind. Kooperationen laufen bereits mit dem Ziel, wirklich professionelle Programme für ganz spezielle Anliegen und Zielgruppen demnächst anzubieten. Ich freue mich darauf.

Euer und Ihr Coach Jo

Umzug – neue Räume für Ihre Ziele

Neues Büro

Liebe Kunden, liebe Freunde,

bald ist es soweit. Umzug! ENGEL Coaching zieht ab dem 18.12.2015 in ein neues Zuhause (unser neues Zuhause, ein dann komplett entkerntes und neu aufgebautes Haus aus den 60ern in bester Lage). Nach vielen Monaten Baustelle und einer gehörigen Portion Eigenleistung ist unser Haus nun endlich fertig. So ein bisschen Stolz darf da gerne herausgehört werden. Projektplanung in der Praxis! Entgegen aller Meinungen (6 Monate Minimum) sind wir nach etwas über drei Monaten damit durch.

neues Coaching-Büro

Die Stunden, in denen wir Parkett gelegt, Wände gestrichen, verputzt, gehämmert und gebohrt haben, die können wir nicht wirklich zählen. Was zählt ist, dass das Coaching-Büro in neuem Glanz erscheint, mit bester Ausstattung und einem neuen Wohlfühl-Ambiente in einer sehr schönen und ruhigen Gegend hier in Gütersloh-Friedrichsdorf.

In Action Johannes Engel CoachingIch freue mich jetzt schon darauf, Euch und Sie ab Januar hier begrüßen zu dürfen. Hier vorab schon einmal die neue Adresse: Storchenweg 35 in 33335 Gütersloh-Friedrichsdorf. Selbstverständlich bin ich nach wie vor für meine Kunden telefonisch zu ereichen. In dringenden Fällen auch zwischen Umzugskartons. Kleiner Spaß!

Bilder vom neuen Büro folgen.

Viele Grüße, Euer und Ihr Coach Jo

Unhöflichkeit im Unternehmen

Unhöflichkeit im Unternehmen und von Vorgesetzten an sich ist ja kein ansteckender Virus, für den man nichts kann. Ich kann mich jeden Tag und in jeder Situation neu dafür oder dagegen entscheiden, höflich zu sein. Gewiss prägt ein gewisser Habitus, der durch die Kommunikation im System Unternehmen offensichtlich wird.

Um aber eine „Führungskraft“ mal aus dem System herauszulösen und für sich isoliert zu betrachten: Was macht denn der oder die Vorgesetzte da? Gelebte Unhöflichkeit gegenüber Mitarbeitern – ganz salopp formuliert – ist ein „Treten“ nach unten. Ich trete den anderen Menschen auf den Kopf, damit sie kleiner werden. Werden Mitarbeiter kleiner, werde ich größer. Dann spare ich mir eigene Größe.

Führungskräfte mit einem „Zwerghahnkomplex“ zeigen sehr gerne dieses Verhalten. Sie treten und drücken so sehr auf die nachfolgende Hierarchieebene und auf einzelne Menschen, damit diese „schrumpfen“. Sie möchten gerne „Bewunderungszwerge“ um sich herum versammeln, die dem großen Meister huldigen.

Dieses Muster „vererbt“ sich sozusagen weiter, denn auch die nachgeordneten Führungskräfte (geschrumpft) müssen diesen Abstand nach unten hin wieder herstellen – und versammeln ebenfalls Zwerge um sich herum. Somit entsteht an sich eine Abwärtsspirale der Unhöflichkeit, des „Von-der-Seite-dumm-Anmachens“, des „Sie-können-ja-gar nichts“. Diese Unhöflichkeit ist an sich nur der Sichtbare Teil eines Systems, in dem unsichere und nicht-souveräne Führungskräfte das Sagen haben. Die Quittung kommt bestimmt.

Ob ich mich nun zu einem Bewunderungszwerg machen lasse oder auch nicht (role-making und role-taking), das hängt von meiner Kraft, Stabilität und Überzeugung ab, wie ich mit Menschen umgehe. Sicherlich auch eine Frage der guten Erziehung und des Elternhauses.

An sich disqualifizieren sich solche Leute für Führungsaufgaben. Eine große Baustelle und gefundenes Fressen für Coaches – wenn denn nicht da eine gewisse Beratungsresistenz den Riegel davorschiebt.

Viel Erfolg und Gesundheit, JME

Zirkuläre Zusammenhänge – Huhn und Ei. Indianer und Trapper.

Die Henne und das Ei. Heute mal wieder ein typisches Beispiel für zirkuläre Zusammenhänge erlebt – im Fitnessstudio. Samstags hat mein Fitnessstudio komischerweise die kürzeste Öffnungszeit. Und da ist dann auch kaum einer.

Ich war heute alleine auf der Trainings-Fläche. Fragt man an der Theke nach, warum denn samstags so früh geschlossen wird, heißt es: „Weil samstags so wenig los ist.“ Fragst Du Deine Bekannten unter der Woche, warum sie denn nicht samstags trainieren, lautet die Antwort: „Weil samstags so früh geschlossen wird.“ Hmmmmm. Ein typisches Beispiel für einen zirkulären Zusammenhang.

Wie kann man einen solchen zirkulären Kreis durchbrechen? Spannende Frage. Als Coach und Organisationsberater habe ich mit solchen Phänomenen ständig zu tun.

Weiteres und schönes Beispiel für zirkuläre Zusammenhänge: Der Indianer beobachtet den Trapper dabei , wie er Holz sammelt. Der Trapper fragt den Indianer, wie kalt der Winter wird. „Kalt“. Darauf hin sammelt der Trapper immer mehr Holz. Jetzt fragt der Trapper wieder. Antwort: „Sehr kalt.“ Der Trapper sammelt noch viel mehr. Frage: „Woher weißt Du eigentlich, lieber Indianer, dass der Winter sooo kalt wird?“. Der Indianer: „Trapper sammelt viel Holz!“

Grüße! Bleibt erfolgreich und gesund!

JME

Foto: (c) oldskoolman.de

Kein Chef, kein Eis – wie bitte?

Eisbecher

(c) oldskoolman.de

So langsam kommen die ersten Sonnenstrahlen wieder raus. Es wird wärmer. Die Temperatur steigt und damit auch bei vielen Menschen die Lust auf etwas Süßes und Kaltes. Eis ist angesagt. Ein befreundeter Eisdielenbesitzer zeigte mir erst kürzlich seine neuesten Eiskreationen – einzigartig in der Region und wirklich sehr lecker. Da stehen sonntags lange Schlangen am „Fenster“.

Ich war nicht nur zum Schlemmen da, sondern ich habe mir die Prozesse im Fensterverkauf angeschaut und für ihn ein Konzept entwickelt, wie er die – vom Gesetzgeber vorgeschriebene – „Kassenführung am Fenster“ so beschleunigen und vereinfachen kann, dass er den Preis halten kann. „Hier gehen pro Tag mehrere hundert Kilo Eis über die Ladentheke. Wir produzieren teilweise Tag und Nacht.“ Eine große Herausforderung für das gesamte Team.

Da schaut er mich stolz an und sagt: „Ich habe alle Rezepte im Kopf….“ Ich: „Eben. DU hast alles im Kopf.“

Als Führungsberater denke ich immer einen Schritt weiter. Der engagierte junge Mann ist topfit. Der Laden boomt. Dennoch gibt es Situationen im Leben, in denen ein Chef durch Krankheit, Unfall oder auch andere unvorhersehbare Ereignisse für eine gewisse Zeit oder – im schlimmsten Fall – für immer ausfällt. Und daher ist die Eisdiele ein sehr greifbares und einfaches Beispiel dafür, worum sich Unternehmer rechtzeitig Gedanken machen müssen.

Auf die Eisdiele bezogen, wenn ein strahlender Sonntag ist und rund 300 Leute vorm Laden stehen:

  • Wenn der Chef für zwei Wochen ins Krankenhaus muss, wer übernimmt dann die Führung?
  • Wer kennt überhaupt die Rezepte für über 100 Eissorten? Wer kann diese in vergleichbarer Qualität herstellen?
  • Wer darf was entscheiden, ohne Rücksprache im Krankenhaus zu halten (vor allem dann, wenn der Arzt absolute Ruhe verordnet hat)?
  • Wer kommuniziert wie die Situation gegenüber den Kunden, die spätestens nach drei Tagen fragen?
  • Wer steuert den Personaleinsatz?
  • Wer hat Zugriff auf die Abrechnungssoftware?
  • Wer kümmert sich um die Lieferanten?
  • Wer darf Rechnungen und Abnahmebelege unterschreiben?
  • die Liste darf gerne weitergedacht werden.

Schauen Sie mal da: Es geht „nur“ um eine Eisdiele. Was passiert in Ihrem Unternehmen in einem vergleichbaren Fall? Hoffen wir, dass der Worst Case niemals eintritt. Kümmern Sie sich aber in guten Zeiten darum, dass es im Fall der Fälle trotz allem weitergehen kann. Nehmen Sie in diesen Prozess bitte alle Beteiligten mit ins Boot.

Gute Führungskräfte machen ihre Mitarbeiter so fit, dass der Laden eine gewisse Zeit auch ohne sie laufen kann. Und zwar so, dass der Kunde davon nichts mitbekommt. Wie Sie das am besten erreichen? In dem Sie den Worst Case ganz gezielt und gesteuert „passieren“ lassen – und ganz offen und deutlich mit dem Team die entdeckten Lücken ansprechen, beurteilen und daraus Lösungen für die Zukunft entwickeln. Ihr Team wird so handlungsfähig, dass es dadurch auch im normalen Tagesgeschäft ganz gut auf Sie verzichten könnte.

Sie werden sehen: Als Chef können Sie wieder öfter in Ruhe Eis essen gehen!

Viel Erfolg und Gesundheit.

JME

Teamführung in der Praxis – Planung bietet Freiräume.

Beispiel Planungsmatrix

Beispiel für eine Teamplanung

Je einfacher, desto besser. Ja. Das stimmt. Aber ist die Zeit für eine grobe Planung wirklich überflüssig? Ein ganz klares Nein. Von der Hand in den Mund zu arbeiten, das bedeutet Chaos und hat mit Flexibilität nichts zu tun. Mitarbeiter stehen rum und müssen fragen, was sie als nächstes tun sollen. Ein bisschen zu flexibel, wie ich meine.

Hier mal ein Beispiel, wo ein Teamleiter der Baubranche (Türen und Fenster) in unserer gemeinsamen Zusammenarbeit ein Hilfsmittel für die Praxis erarbeitet hat. Das kennen Sie bereits? Prima! Dann haben Ihre Teamleiter dieses Problem nicht. Aber er hatte einfach keinen Überblick, wie er den Tag auf der Baustelle strukturieren und koordinieren kann. Zu viele Leerlaufzeiten waren das Thema. Zu wenig Übersicht und Zeit, um sich mal einen Überblick über die Arbeitsergebnisse des Teams – rechtzeitig – zu verschaffen (siehe Führungsprozess: Kontrolle).

Das Thema war auch, an welcher Stelle Pausen möglich sind (hier der worst case: ein 10 Stunden Tag, also müssen Pausen gemäß dem Arbeitszeitgesetz auch unbedingt mit eingeplant werden. Auch der Wechsel der Tätigkeiten im Sinne einer körperlichen Entlastung müssen geplant werden).

Auch in der Planungshilfe drin: Zeiten für Sauberkeit und Ordnung am Arbeitsplatz. Verminderung von Such- und Wegezeiten (5A oder 5S aus der Industrie). Und: Sehr wichtig, dass Zeiten für die Koordinierung und Absprachen mit eingeplant werden. Das erspart „Nachsitzen“. Als wir die Planungs-Matrix erarbeitet haben, bekam er leuchtende Augen. Das hätte er zwar schon so im Kopf, aber dann doch nicht so klar. Endlich hätte er etwas „Greifbares“.

Natürlich ist die Planungshilfe nur ein grober Ansatz und er musste das für sich anpassen. Es war ja auch nur als Ansatz für seine zukünftige Teamführung und Planung gedacht. Er hat es dann mit Leben gefüllt.

Sein Feedback: „Damit kann ich wirklich was im täglichen Leben anfangen. Man merkt, dass Du viele Jahre in der Praxis warst und die Probleme vor Ort kennst.“ Einige Wochen später: „Wir kommen viel besser klar. Wir schaffen unsere Aufträge besser und haben trotzdem Pausen. Mein Team ist dadurch viel motivierter, weil wir Freiräume für Unvorhergesehenes haben.“

Ja. Und deswegen macht mir das so viel Freude, meine Erfahrungen weiter zu geben. Hohe Schule? Nein. Das sind Basics, die leider zu oft fehlen – und das kostet richtig Geld.

Viel Erfolg und Gesundheit.

JME

Dienstzeitende. Wenn Soldaten die Uniform an den Nagel hängen

Soldat Johannes Maria Engel

Die Frage eines ehemaligen Soldaten beim Wechsel in die freie Wirtschaft: „Wie kann ich mich verbessern?“

Ich nehme das Thema an dieser Stelle gerne in meinen Themenbereich auf, da diese „Schwierigkeiten“ bei Dienstzeitende bzw. Übergang von Zeitsoldaten von der Bundeswehr in die freie Wirtschaft de facto bestehen. Manche meistern den Schritt ohne große Schwierigkeiten, andere wiederum mit sehr großen. An diejenigen wendet sich mein Kommentar ebenfalls. Hier ging es um einen Mann in der Fachrichtung Personalmanagement. Hier der Auszug (etwas gekürzt) aus einem Kommentar, den ich auf der Plattform Xing diesem Soldaten (Offizier der Reserve mit 10 Dienstjahren) zu seiner Frage in einer öffentlichen Gruppe geschrieben habe:

„… In der Industrie, gerade im Personalbereich, können Sie Ihre Erfahrungen mit Sicherheit sehr gut einbringen. Dennoch ist das Problem an ganz anderer Stelle zu finden. In meinen Coachings mit ehemaligen Bw-Offizieren in die freie Wirtschaft erlebe ich es immer wieder: Es hängt nicht an der Qualifikation. Es hängt an der Art und Weise der Kommunikation. Das beginnt bei dem so tollen Dienstzeugnis, das unverständlich oder gar abschreckend sein kann. Und endet bei einem gewissen „Habitus“, der anerzogen wurde.

Warum das? Weil das eine andere Welt ist. Aus Systemischer Sicht: Die Bundeswehr ist eine militärische Organisation. Die Kommunikation baut auf dem Grund-Code: Befehl-Nichtbefehl auf. Es geht um die Umsetzung von Befehlen. In der freien Wirtschaft lautet aber der Grund-Code: Angebot-Nachfrage. Es geht um eine kundenorientierte Verwirklichung von Leistungen.

Die Kommunikation eines Bw-Soldaten hat also eine ganz andere Denkrichtung. Und: Der Bw-Soldat ist entsprechend sozialisiert. Ohne, dass das selbst gemerkt wird. Ich überspitze es mal: Ein langjähriger Bw-Soldat muss gewisse Gepflogenheiten mit dem Dienstzeitende ablegen, um keine Angst und Abwehrhaltung zu provozieren.

Bitte die Uniform mit dem Dienstzeitende auch gedanklich in den Schrank hängen – und gute Erfahrungen und Kompetenzen behalten, die „da draußen“ keiner hat. Und das Ganze dann so als Botschaft platzieren, dass das richtig beim Empfänger (Kommunikationspsychologie) auch ankommt.

Ganz salopp: Die Wahrung des souveränen Offiziers ist ganz nett als Bonbon für das Selbstbild und für das Ego. Aber ist nicht zielführend. Welchen Nutzen haben Unternehmen von der Qualifikation und der Persönlichkeit? Wo ist das „positive“ Alleinstellungsmerkmal?

Bitte reflektieren. Ich mag ganz persönlich den Begriff „Offiziere in der Wirtschaft“ nicht. Denn es sind keine Offiziere mehr. Es sind Kandidaten mit Führungserfahrung.

Bitte umdenken, loslassen, neu einlassen. Reset!

Gruß, JME …“

Hier können Sie meinen Original-Beitrag und die Diskussion auf Xing nachlesen. Eine spannende und kontroverse Diskussion.

Marketing beginnt auf der Autobahn

4847-t55-bergepanzer

(c) oldskoolman.de

Wer sich so in der Arbeit fühlt, der sollte wirklich mal über eine Veränderung nachdenken – wollte ich zuerst schreiben.

Dann habe ich über meine langjährigen Autobahnfahrten (50.000 Km) nachgedacht. Und was kam mir bei diesem Bild in den Kopf? Die Vertreter-Autos auf der linken Spur. Immer Blinker an und Lichthupe. „Ich bin wichtig, mach Platz da. Und bist Du nicht willig, gebrauche ich meinen Wagen als Waffe.“

Schweißperlen auf der Stirn. Bei 190 Km/h bin ich kein stehendes Hindernis. Obwohl ich seit meiner Karriere als Papa deutlich achtsamer und langsamer als früher fahre. Besonders dann, wenn meine Kinder dabei sind. Dann sind 130 Km/h auch vollkommen ok.

Am Wochenende tummeln sich da die Kleinlaster Richtung Polen, Sprinter (die Schlimmsten) und LKW´s, die sich über 5 Kilometer als „Kampf der Titanen“ wichtig machen – auf zwei Spuren. Jeder kennt das, jeder weiß das.

Also: Zum Überholen bleibt nur wirklich die linke Spur. Danach bin ich ein braver Rechtsfahrer.

Aber: Dann kommen die Wichtigsten aller Wichtigen: Audi A 8, BMW 7er, VW Passat (das Vertreterauto schlechthin) und rennen Dir in den Nacken. Die Anzüge in den Autos fliegen mit 230 Km/h über die Straße. Wenn die wüssten, wie viel PS mein Volvo V70 hat… grrrrr.

Spaß beiseite: Teilweise ist das echt Nötigung. Und gefährlich. Wenn ich in die Ecke knalle, dann sitzen da auch zwei Kinder drin.

Jetzt zum Punkt: Marketing und eine gute Außenwerbung beginnen nicht erst bei dem schönen Flyer, dem einheitlichen Farbschema in Anzeigen und Broschüren. Sondern Marketing bedeutet auch, wie sich Mitarbeiter in der Öffentlichkeit zeigen! Besonders dann, wenn ihre Firmen-Herkunft eindeutig bestimmbar ist! Spätestens dann, wenn der Drängler an mir vorbeigeschossen ist – teilweise mit eindeutigen Gesten – sehe ich das Logo und den Namen auf der Heckklappe. „Corporate Branding“ im wahrsten Sinne des Wortes.

Sicherlich gilt das nur für vereinzelte Fälle. Dennoch: Kaufe ich bei einer Firma Fensterläden ein, deren Mitarbeiter meine Kinder, mich und viele andere Menschen mit Absicht gefährden?

Sie finden das undifferenziert und emotional? Ja. Eben drum. Denn keiner sagt: „Heute morgen hat mich Herr Müller bedrängt und mir den Vogel gezeigt.“ Sondern: „So ein Spinner von der Fensterbau AG hat mich heute morgen fast in den Graben geschossen.“

Das Verhalten Ihrer Mitarbeiter symbolisiert Ihr Unternehmen. Saarländer sagen: „Wie de Herr, so es Gschärr.“ Übersetzung: Wie der Herr, so das Geschirr. Das Verhalten einzelner Mitarbeiter wird Ihrem gesamten Unternehmen zugeschrieben. Ein gutes Marketing findet durch rücksichtsvolles Verhalten auf der Autobahn statt, wenn der Außendienstmitarbeiter einer älteren Dame im Schnell-Restaurant den Vortritt lässt, wenn … Ein Brainstorming ist gerne erlaubt.

Kurzum: Als disziplinarischer Chef in der „Firma Bundeswehr“ hat mich das Verhalten meiner Soldaten außerhalb des Kasernenzauns sehr interessiert. Auch da: Nicht der Müller hat sich auf dem Bahnsteig unmöglich benommen, sondern ein Bundeswehrsoldat. „Mal wieder typisch Bundi!“ hieß es dann.

„Ja, ja. So wie die rasen, so bauen die bestimmt auch die Fenster ein. Schnell, schnell.“ So oder so ähnlich könnte das im Ausgangsfall lauten.

Daher ist das Chefsache, potentielle Kunden und den Ruf eines Unternehmens zu schützen.

Viel Erfolg und Gesundheit, JME