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Schlagwort Kommunikation

Unhöflichkeit im Unternehmen

Unhöflichkeit im Unternehmen und von Vorgesetzten an sich ist ja kein ansteckender Virus, für den man nichts kann. Ich kann mich jeden Tag und in jeder Situation neu dafür oder dagegen entscheiden, höflich zu sein. Gewiss prägt ein gewisser Habitus, der durch die Kommunikation im System Unternehmen offensichtlich wird.

Um aber eine „Führungskraft“ mal aus dem System herauszulösen und für sich isoliert zu betrachten: Was macht denn der oder die Vorgesetzte da? Gelebte Unhöflichkeit gegenüber Mitarbeitern – ganz salopp formuliert – ist ein „Treten“ nach unten. Ich trete den anderen Menschen auf den Kopf, damit sie kleiner werden. Werden Mitarbeiter kleiner, werde ich größer. Dann spare ich mir eigene Größe.

Führungskräfte mit einem „Zwerghahnkomplex“ zeigen sehr gerne dieses Verhalten. Sie treten und drücken so sehr auf die nachfolgende Hierarchieebene und auf einzelne Menschen, damit diese „schrumpfen“. Sie möchten gerne „Bewunderungszwerge“ um sich herum versammeln, die dem großen Meister huldigen.

Dieses Muster „vererbt“ sich sozusagen weiter, denn auch die nachgeordneten Führungskräfte (geschrumpft) müssen diesen Abstand nach unten hin wieder herstellen – und versammeln ebenfalls Zwerge um sich herum. Somit entsteht an sich eine Abwärtsspirale der Unhöflichkeit, des „Von-der-Seite-dumm-Anmachens“, des „Sie-können-ja-gar nichts“. Diese Unhöflichkeit ist an sich nur der Sichtbare Teil eines Systems, in dem unsichere und nicht-souveräne Führungskräfte das Sagen haben. Die Quittung kommt bestimmt.

Ob ich mich nun zu einem Bewunderungszwerg machen lasse oder auch nicht (role-making und role-taking), das hängt von meiner Kraft, Stabilität und Überzeugung ab, wie ich mit Menschen umgehe. Sicherlich auch eine Frage der guten Erziehung und des Elternhauses.

An sich disqualifizieren sich solche Leute für Führungsaufgaben. Eine große Baustelle und gefundenes Fressen für Coaches – wenn denn nicht da eine gewisse Beratungsresistenz den Riegel davorschiebt.

Viel Erfolg und Gesundheit, JME

Kommunikation – Positionenkarussell

Positionen drehen sich in der Kommunikation oft im Kreis, Interessen öffnen neue Wege.

Der Mann sagt: „Immer, wenn meine Frau schimpft, dann gehe ich in den Keller zum Basteln“. Die Frau sagt: „Ich schimpfe immer dann, wenn er in den Keller zum Basteln geht.“ Ein Kreis ohne Anfang und Ende. Kann dann die „Schuldfrage“ wirklich geklärt werden? Das können wir auf viele Situationen im Privaten und im Beruf übertragen.

Noch ein Beispiel eines unendlichen Zirkels. Der Lehrling: „Mein Chef lässt mich nichts eigenständig machen, ich soll bei jedem Blödsinn nachfragen.“ Der Meister sagt: „Der ist so unselbständig, dem muss man jeden Schritt vorgeben.“

Diese Kreise aufzubrechen, das gelingt nur dadurch, in dem sich Menschen über die Bedürfnisse des anderen klar werden. Der Mann möchte vielleicht am Tag eine persönliche Auszeit haben, um von der Arbeit runterzukommen. Dann geht es ihm besser. Die Frau hat an sich nichts gegen das Hobby des Mannes. Sie wünscht sich eventuell mehr Zeit zu zweit, ein gemeinsames Abendessen und dass sie ihr Mann mehr wahrnimmt.

Fragen Sie sich mal, wann Sie sich im Kreis drehen. Schauen Sie dann mal auf die Bedürfnisse des Gegenübers. Und: Verdeutlichen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse.

Viel Erfolg und Gesundheit, JME